BSI warnt vor Kaspersky-Virenschutzprodukten

Kaspersky

Software stellt in allen Branchen einen immer größeren Wertschöpfungsanteil dar. Doch mit der Zunahme digitaler Prozesse vergrößert sich gleichzeitig die Angriffsfläche für Kriminelle. Schadprogramme, Datenmissbrauch, Passwort- und Identitätsdiebstahl sind nur einige Gefahren:
Virenschutzsoftware ist mittlerweile von wesentlicher Bedeutung zum Schutz von IT-Systemen. Wenn Zweifel an der Zuverlässigkeit des Herstellers bestehen, birgt aber gerade Virenschutzsoftware ein besonderes Risiko für eine zu schützende IT-Infrastruktur. Virensoftware verfügt sie über weitreichende Systemberechtigungen und muss systembedingt oftmals eine dauerhafte, verschlüsselte und nicht prüfbare Verbindung zu Servern des Herstellers unterhalten, um einen aktuellen und wirksamen Schutz vor Schadsoftware zu gewährleisten. Fehlendes Vertrauen in die Zuverlässigkeit eines Virensoftware-Herstellers führt die eigentliche Motivation zur Nutzung eines Antivirensoftware a absurdum.

Dies lässt sich an de aktuellen Warnung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik gut verfolgen.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt seit dem 15. März 2022 vor dem Einsatz von Virenschutzsoftware des russischen Herstellers Kaspersky. Die Warnung erfolgt gemäß §7 BSI-Gesetz (BSIG).
Das BSI empfiehlt, Anwendungen aus dem Portfolio von Virenschutzsoftware des Unternehmens Kaspersky durch alternative Produkte zu ersetzen. Bei Kaspersky handelt es sich um ein russisches Unternehmen, welches im Rahmen des Einsatzes der Virenschutzsoftware häufig über weitreichende Systemberechtigungen auf der jeweiligen IT-Infrastruktur verfügt.

Nach Auffassung des BSi ist das Vorgehen militärischer und/oder nachrichtendienstlicher Kräfte in Russland sowie die im Zuge des aktuellen kriegerischen Konflikts jüngst von russischer Seite ausgesprochenen Drohungen gegen die EU, die NATO und die Bundesrepublik Deutschland mit einem erheblichen Risiko eines erfolgreichen IT-Angriffs mit weitreichenden Konsequenzen verbunden. Ein russischer IT-Hersteller könne selbst offensive Operationen durchführen, gegen seinen eigenen Willen gezwungen werden, Zielsysteme anzugreifen, oder selbst als Opfer einer Cyber-Operation ohne seine Kenntnis ausspioniert oder als Werkzeug für Angriffe gegen seine eigenen Kunden missbraucht werden.

Alle Nutzerinnen und Nutzer der Virenschutzsoftware könnten von solchen Operationen betroffen sein. Unternehmen und Behörden mit besonderen Sicherheitsinteressen und Betreiber Kritischer Infrastrukturen seien in besonderem Maße gefährdet. Das BSI empfiehlt (nach sorgfältiger Planung) Virenschutzsoftware des Unternehmens Kaspersky durch alternative Produkte zu ersetzen und bietet hierfür auch Beratungsleistungen im Bedarfsfall an. Es ist ebenfalls eine FAQ-Seite zum Thema geschaltet.

(Foto: Vector Tradition – stock.adobe.com)



Letztes Update:20.03.22

  • Neue SCCerforderlich

    Frist für Umstellung auf neue Standarddatenschutzklauseln endet bald

    Der europäische Gesetzgeber hat vor dem Hintergrund der Ausweitung des internationalen Handels die Übermittlung personenbezogener Daten an Datenempfänger in Drittländern unter besondere datenschutzrechtliche Anforderungen gestellt, um Rechte und Freiheiten von Betroffenen zu schützen. Ziel ist es, das durch die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) unionsweit gewährleistete Schutzniveau für natürliche Personen nicht zu untergraben, wenn personenbezogene Daten in ein

    Mehr erfahren
  • Kündigung auf Grund der Verletzung einer „Clean-Desk-Policy“

    Die DS-GVO fordert von Verantwortlichen und Auftragsverarbeitern in Art. 32 DS-GVO ein Schutzniveau, das dem Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen angemessenen ist. Dabei sollen zur Gewährleistung der Sicherheit der insbesondere die Risiken berücksichtigt werden, die aus einer Verletzung der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der personenbezogenen Daten, der an deren Verarbeitung beteiligten IT-Systeme,

    Mehr erfahren
  • Identitätsdiebstahl Handesregister

    Handelsregister mit Datenschutzmängeln

    Seit dem 1. August 2022 sind über das Portal „Handelsregister.de“ sämtliche Einträge in den Handels-, Genossenschafts-, Partnerschafts- und Vereinsregistern ohne weitere Einschränkungen kostenfrei abrufbar. Das hat auf dem ersten Blick Vorteile in punkto Transparenz. Das Handelsregister handelt es sich um die zentrale Registerplattform des Bundes für Firmen in Deutschland. Der Umstand, dass die Abrufe aus

    Mehr erfahren