Ghostdate ins Glück

Drei von Zehn Deutschen suchen das Glück laut Bitkom in Singlebörsen. Aber auch dort ist der Weg zum Glück oft mühsam. Das Erfolgsrezept witzig und am potentiellen Partner interessiert zu sein, beherrscht nicht jeder. Manchem fehlt auch schlicht die Zeit.

Business people having a meeting in the office and discussing together, a woman is smiling at camera in the foreground

Hätte man nur einen Ghostwriter für Liebesbriefe wie Cyrano de Bergerac oder einen Coach, wie Hitch den Date-Doktor. So etwas kann man heute buchen. „Ghostdating“-Dienste heißen „Weedate“, „Suredate“ oder „Die Herzschreiber“. Man meldet sich in einer Singlebörse an, wählt dort Favoriten aus und die Partneransprache inklusive zeitraubender Korrespondenz übernimmt ein diskreter Servicemitarbeiter.

Die Hochzeit kann man noch nicht buchen

Dort nimmt man dann auch auf die Fotos Einfluss. Schließlich hat nicht jeder Mann ein Gespür dafür, dass viele Frauen sich in eher in ein gewinnendes Lächeln auf dem Foto verlieben, als in einen strahlenden Biker, der noch verzückt vom letzten Geschwindigkeitsrausch vor seinem Motorrad posiert. Die Hochzeit kann man dort allerdings nicht buchen. Versprochen ist nur das Date. Dorthin geht man selber und nicht das geistreiche Alter Ego. Natürlich ist es schlecht, wenn sich der charmante Romantiker aus der Paarbörse als Workaholic mit Wortfindungsproblemen entpuppt. Unverzichtbar dürfte es sein, sich auf das einseitige Blinddate nach Aktenlage gut vorzubereiten. Wenn es klappt, stellt sich die Frage, ob man die die Lüge aufklärt. Das wäre einerseits unromantisch. Andererseits ist das neue Glück auf Schwindelei aufgebaut, wenn man nichts erzählt. Es ist bitter und tröstlich zugleich, wie die moderne Technik uns dabei hilft, die letzten Bastionen der Intimität zu organisieren. Ghostdating ist das Ende der Romantik, aber wenn es gut geht der organisierte Weg ins Glück: Ein spezieller Fall von Fluch und Segen der Technik.

Letztes Update:04.07.18

  • Wissenschaftspreis für Datenschutz und Datensicherheit

    Auch in diesem Jahr vergibt die Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit e.V. (GDD) erneut einen Wissenschaftspreis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten in den Bereichen Datenschutz und Datensicherheit. Der Preis beträgt 5.000,00 €. Der Preis kann auch zwischen mehreren Arbeiten geteilt werden. Der Preis soll bevorzugt an Nachwuchswissenschaftler vergeben werden. Es sollen fertiggestellte oder in der Fertigstellung

    Mehr erfahren
  • Hochschule des Bundes

    Studiengang „Digital Administration and Cyber Security“ geht in die zweite Runde

    Im letzten Wintersemester startete an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung (HS Bund) in Brühl der Studiengang „Digital Administration and Cyber Security“ – kurz DACS (DataAgenda berichtete). Mit Beginn des Sommersemesters sind weitere 60 Studierende in das Beamtenverhältnis auf Probe übernommen worden. Wir möchten uns nach den Eindrücken vom ersten Semester erkundigen und sprachen

    Mehr erfahren
  • Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt: 2 Länder ohne Landesdatenschutzbeauftragte

    Seit Jahresanfang 2021 haben nun 2 Bundesländer, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen (NRW), keinen obersten Datenschützer mehr. Der Blick in das Organigramm NRW zeigt bereits seit dem Sommer 2020 eine Leerstelle an der Spitze der Datenschutzaufsicht, in Sachsen-Anhalt heißt es dort seit heute: „Landesbeauftragter für den Datenschutz n.n.“. Nach bald 16 Jahren im Amt des Landesdatenschutzbeauftragten Sachsen-Anhalt ist

    Mehr erfahren