Kontaktdaten von B2B-Ansprechpartnern: Welche Rechtsgrundlage?

Kontaktdaten

Frage des GDD-Erfa-Kreises Coburg:

Wenn Kontaktdaten von B2B-Ansprechpartnern der Kunden verarbeitet werden, wie z. B. die Geschäfts-E-Mail-Adresse und Name, handelt es sich hierbei ja auch um personenbezogene Daten (wenn die E-Mail-Adresse aus Vor- und Nachnamen) besteht. Die Ansprechpartner werden im Rahmen des E-Mailkontaktes bei Datenerhebung bzgl. der Punkte des Art. 13 EU-DS-GVO in einem PDF hingewiesen. Es wird als Rechtsgrundlage Art. 6 Abs. 1 lit. b DS-GVO angegeben, da die Kontaktdaten der Ansprechpartner zur Durchführung des Rechtsgeschäftes mit dem Kunden benötigt werden. Ist die Rechtsgrundlage korrekt?

Antwort des BayLDA:

Artikel 6 Abs. 1 Buchst. b DS-GVO als Rechtsgrundlage ist nur einschlägig, wenn die Vertragsbeziehung zu der natürlichen Person selbst besteht, um deren Daten es geht, also z.B. bei einem Einzelkaufmann oder anderen Einzelpersonen (z.B. Selbständigen).
Wenn die Vertragsbeziehung dagegen z.B. zu einer GmbH besteht, und es werden personenbezogene (Kontakt-)Daten von Mitarbeitern dieser GmbH gespeichert, wäre Artikel 6 Abs. 1 Buchst. f DSGVO die „richtige“ Rechtsgrundlage, aufgrund derer der Verantwortliche die (Kontakt-)Daten dieser Mitarbeiter verarbeiten darf, soweit und solange es für die Geschäftsbeziehung zu dem „B2B-Partner“ (also z.B. zu der GmbH) erforderlich ist.

 

Bild von Bruno Glätsch auf Pixabay

Letztes Update:29.04.19

  • Online-Proctoring

    Aufsichtsbehörde: Mehr Schutz für Studierende bei Onlineprüfungen

    In jüngster Vergangenheit mussten sich Gerichte mit der Frage der Zulässigkeit der Einhaltung datenschutzrechtlicher Anforderungen im Rahmen der Durchführung von Kontrollen beschäftigen, die in Zusammenhang mit Online-Prüfungen standen. Studierende müssen aufgrund der Corona-Pandemie häufig auf Online-Veranstaltungen ausweichen. Prüfungen müssen sie ebenfalls online ablegen, auch im eigenen Interesse, um keine wertvolle Studienzeit zu verlieren. Um Online-Prüfungen

    Mehr erfahren
  • Korruptionsbekämpfung

    Korruptionsbekämpfung und Datenschutz

    Datenschutzbeauftragte sind zumeist „Allrounder“. Das müssen sie auch oftmals sein, da sie im Unternehmen als Schnittstelle fungieren (müssen). Sie müssen die Prozesse der Marketingabteilung genauso gut kennen, wie die Welt der IT oder der IT-Sicherheit und natürlich auch die der Personalabteilung, um ihrer originären Aufgabe (Beratung und Überwachung) nachkommen zu können. Das hat seine Ursache

    Mehr erfahren
  • 32 DSGVO

    Vermerk zu Abdingbarkeit von Art. 32 DS-GVO

    Eine als Vermerk veröffentlichte Publikation des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit (HmbBfDI) fand in den letzten Tagen in Datenschutzkreisen große Beachtung. Darin beschäftigt sich der HmbBfDI mit der Frage, ob betroffene Personen in ein niedrigeres Schutzniveau einwilligen können als rechtlich geboten ist. Es geht also um die Frage, ob oder inwieweit es sich bei

    Mehr erfahren