Studiengang „Digital Administration and Cyber Security“ geht in die zweite Runde

Hochschule des Bundes

Im letzten Wintersemester startete an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung (HS Bund) in Brühl der Studiengang „Digital Administration and Cyber Security“ – kurz DACS (DataAgenda berichtete).
Mit Beginn des Sommersemesters sind weitere 60 Studierende in das Beamtenverhältnis auf Probe übernommen worden. Wir möchten uns nach den Eindrücken vom ersten Semester erkundigen und sprachen hierzu mit Prof. Dr. Marie Bergmann, Regierungsdirektor Fabian Weber und Prof. Dr. Lorenz Franck.

DataAgenda: Frau Bergmann, Sie sind Professorin für Mathematik und Informatik, beides Fächer, die bereits zum Studienstart eine wesentliche Rolle spielen. Womit geht es los im DACS?

Bergmann: Die theoretische Informatik beginnt mit der Einführung in Datenstrukturen und Algorithmik am Beispiel der Programmiersprache Python. Hier lernen die Studierenden, was und wie ein Computer Daten speichern und mit diesen arbeiten kann. Aber die Leistung von Computern bzw. die Berechenbarkeit hat auch ihre Grenzen. So lernten die Studierenden dass es gar nicht so schlimm ist, dass man Primfaktoren nicht effizient berechnen kann, denn sonst wären die meisten Verschlüsselungsalgorithmen nicht sicher.

DataAgenda: Herr Weber, Sie sind hauptamtlich Lehrender im Bereich der technischen Informatik. Worum geht es dort?

Fabian Weber
(Foto: Fabian Weber)

Weber: In der technischen Informatik befassen sich die Studierenden mit dem Aufbau und der Funktionsweise von heutigen Rechnern. Beginnend mit dem allgemeinen Verständnis, was es mit den Nullen und Einsen im Binärsystem auf sich hat, entwickelt sich sehr bald ein Verständnis dafür, wie moderne Rechner aufgebaut sind. Die theoretisch erworbenen Kenntnisse dürfen die Studierenden dann sofort in der Praxis bei der Programmierung eines Mikroprozessors anwenden. Zu diesem Zweck wurden für die Studierenden Arduino-Boards beschafft. Dies sind Experimentierpakete, die mit einem fertigen Mikroprozessorboard und einer ganzen Palette an unterschiedlichen Bauteilen bestückt werden können. Die Studierenden schaffen es sehr schnell, eine Reihe von LEDs aufleuchten zu lassen oder auch mal ein Weihnachtslied auf dem eingebauten Summer abzuspielen.

DataAgenda: Herr Franck, Sie sind als Professor für IT-Recht für die Rechtsthemen zuständig. Werden die Studierenden von Ihnen sofort ins kalte Wasser geworfen?

Franck: Natürlich nicht! In den ersten beiden Semestern werden die Grundlagen gelegt. Zunächst steht unter anderem das Verwaltungsrecht im Vordergrund, denn ohne Verwaltungsrecht wäre ein Studiengang zum Diplom-Verwaltungswirt oder zur Diplom-Verwaltungswirtin kaum denkbar. Wir haben allerdings bereits jetzt erste Ausflüge ins Informationsrecht unternommen, wenn zum Beispiel in unseren Übungsfällen Fragen des IFG oder die elektronische Kommunikation mit Behörden thematisiert wurden. Hierauf kann im Hauptstudium aufgebaut werden, wenn es um das Datenschutzrecht, das IT-Sicherheitsrecht oder das E-Government-Recht geht.

DataAgenda: Es klingt nach einem sehr breiten Themenspektrum, das hier bedient wird…

Bergmann: Alle Themen legen den Grundstein für die spätere Spezialisierung zu Themen der Cyber Security oder Digital Administration. Schon bei der Planung des Curriculums wurde daher stets auf eine ausgewogene Mischung zwischen Theorie, Praxis und praktischen Übungsaufgaben gelegt.

Weber: Wir haben den Anspruch, die jeweiligen Tätigkeitsschwerpunkte in den späteren Praktikumsbehörden abzudecken. So wird schon im Grundstudium gewährleistet, dass eine verwendungsspezifische Ausbildung stattfindet und diese im weiteren Verlauf des Studiengangs vertieft werden kann.

DataAgenda: Kürzlich hat ein neuer Jahrgang das Studium aufgenommen. Wie können sich Interessierte für die kommenden Semester bewerben?

Franck: Die Bewerbungsfrist für die für die nächsten Starttermine Oktober 2021 sowie April 2022 läuft derzeit bis zum 25. April 2021. Alle nötigen Informationen finden sich auf unserer Website www.hsbund.de/dacs.

DataAgenda: Vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Levent Ferik.

Kontakt zur Studiengangsleitung:

Prof. Dr. Anna Schulze

Tel.: (0228) 99 629 – 8132

Mail: DACS-Info@hsbund.de

Web: www.hsbund.de/dacs

Letztes Update:22.04.21

  • Neue SCCerforderlich

    Frist für Umstellung auf neue Standarddatenschutzklauseln endet bald

    Der europäische Gesetzgeber hat vor dem Hintergrund der Ausweitung des internationalen Handels die Übermittlung personenbezogener Daten an Datenempfänger in Drittländern unter besondere datenschutzrechtliche Anforderungen gestellt, um Rechte und Freiheiten von Betroffenen zu schützen. Ziel ist es, das durch die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) unionsweit gewährleistete Schutzniveau für natürliche Personen nicht zu untergraben, wenn personenbezogene Daten in ein

    Mehr erfahren
  • Kündigung auf Grund der Verletzung einer „Clean-Desk-Policy“

    Die DS-GVO fordert von Verantwortlichen und Auftragsverarbeitern in Art. 32 DS-GVO ein Schutzniveau, das dem Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen angemessenen ist. Dabei sollen zur Gewährleistung der Sicherheit der insbesondere die Risiken berücksichtigt werden, die aus einer Verletzung der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der personenbezogenen Daten, der an deren Verarbeitung beteiligten IT-Systeme,

    Mehr erfahren
  • Identitätsdiebstahl Handesregister

    Handelsregister mit Datenschutzmängeln

    Seit dem 1. August 2022 sind über das Portal „Handelsregister.de“ sämtliche Einträge in den Handels-, Genossenschafts-, Partnerschafts- und Vereinsregistern ohne weitere Einschränkungen kostenfrei abrufbar. Das hat auf dem ersten Blick Vorteile in punkto Transparenz. Das Handelsregister handelt es sich um die zentrale Registerplattform des Bundes für Firmen in Deutschland. Der Umstand, dass die Abrufe aus

    Mehr erfahren