10 Missverständnisse zum Thema „Anonymisierung“

Anonymisierung

Der Europäische Datenschutzbeauftragte und die spanische Datenschutz-Aufsichtsbehörde haben ein gemeinsames Papier über 10 Missverständnisse im Zusammenhang mit Anonymisierung veröffentlicht.

Die technologischen Entwicklungen der letzten Jahre haben die Nachfrage nach hochwertigen Daten stetig erhöht, so die Autoren des Papiers. In diesem Zusammenhang würden sowohl öffentliche als auch private Stellen die Anonymisierung als Mittel zur gemeinsamen Nutzung von Daten in Betracht ziehen, ohne dabei die Grundrechte des Einzelnen zu verletzen. Mit der wachsenden Popularität der Anonymisierung habe sich jedoch auch einige Missverständnisse in Bezug auf die Anonymisierung verbreitet.
Als gemeinsames Ziel dieses Dokuments wird daher die Schärfung des Bewusstseins für einige Missverständnisse im Zusammenhang mit der Anonymisierung formuliert. Daneben sollen die Leser motiviert werden, Behauptungen über diese Technologie zu überprüfen, anstatt sie ungeprüft zu akzeptieren.

Das Papier befasst sich mit folgenden „Missverständnissen“:

  1. Pseudonymisierung ist gleichbedeutend mit Anonymisierung
  2. Verschlüsselung ist Anonymisierung
  3. Anonymisierung von Daten ist immer möglich
  4. Anonymisierung ist für immer
  5. Anonymisierung reduziert die Wahrscheinlichkeit der Re-Identifizierung eines Datensatzes immer auf Null
  6. Anonymisierung ist ein binäres Konzept, das nicht gemessen werden kann
  7. Anonymisierung kann vollständig automatisiert werden
  8. Anonymisierung macht die Daten unbrauchbar
  9. Wenn wir dem Anonymisierungsprozess folgen, den andere erfolgreich eingesetzt haben, wird unsere Organisation zu gleichwertigen Ergebnissen erzielen
  10. Es besteht kein Risiko und kein Interesse daran, herauszufinden, auf wen sich diese Daten beziehen

Der Europäische Datenschutzbeauftragte

(Foto: CrazyCloud – stock.adobe.com)

Letztes Update:24.05.21

  • Data Agenda Podcast Folge 95 mit Prof. Dr. Schwartmann, Sebastian Gutknecht und Jörg Schieb im Experten-Talk über aktuelle Datenthemen

    Folge 95: Ein „KI-Seepferdchen“ für alle – Befähigung und Schutz in der digitalen Welt

    Das „KI-Seepferdchen“ wurde von der unabhängigen Expertenkommission „Kinder und Jugendschutz in der digitalen Welt“ im Juni 2026 als Maßnahme vorgeschlagen. Es geht darum, Kinder schon im Grundschulalter mit den Möglichkeiten und Risiken von KI in Form von Chatbots vertraut zu machen. Die Vermittlung von KI-Kompetenz ist eine Rechtspflicht auch für Schulen und Schulträger. Die Expertenkommission

    Mehr erfahren
  • Vier Expertenporträts und Logo des Data Agenda Podcasts, Folge 94 mit Prof. Dr. Schwartmann, Markus Beckedahl, Lucia Burkhardt und Felix Sahm.

    Folge 94: KI-Reallabore, Kinder und Gesundheit

    Die unabhängige Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ hat am 24. Juni 2026 ihre Handlungsempfehlungen vorgelegt. Der Bericht trägt den Titel „Entwicklung stärken, Verantwortung übernehmen“ und befasst sich insbesondere mit den Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf Kinder und Jugendliche. Markus Beckedahl, der Gründer des Zentrums für Digitalrechte und Demokratie, diskutiert das „KI-Seepferdchen“ (HE 12),

    Mehr erfahren
  • Datenschutz Entbürokratisierung

    Koalitionsausschuss beschließt „Vereinfachung“ des Datenschutzrechts

    Koalitionsausschuss beschließt Vereinfachung des Datenschutzrechts Im Rahmen des am 2. Juli 2026 vorgestellten Reformpakets „Ein Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ haben CDU/CSU und SPD unter Punkt 14 weitreichende Änderungen im Bereich Datenschutz angekündigt. Unter der Überschrift „Moderner Datenschutz für mehr Wachstum“ kündigt die Koalition an, den nationalen Datenschutz zu vereinfachen und die in der DS-GVO

    Mehr erfahren
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner