Datenschutz-Tücken im Umgang mit Excel-Dateien

Excel und Datenschutz

Der Bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz (BayLfD) berichtete in seinem Tätigkeitsbericht 2019 von einer Beanstandung im Zusammenhang mit der Nutzung von Excel-Dateien.

Eine öffentliche Stelle hatte versehentlich eine Excel-Datei mit personenbezogenen Daten einer Gruppe von 45 Lehrerinnen und Lehrern per E-Mail unverschlüsselt an alle Gruppenmitglieder versendet.

Beabsichtigt war, ein Arbeitsblatt mit Kontaktdaten zugänglich zu machen, um die Kommunikation unter den in vergleichbarer Funktion tätigen Lehrerinnen und Lehrern zu erleichtern. Die Excel-Datei enthielt jedoch weitere Arbeitsblätter, aus denen unter anderem eine umfassende Übersicht über die dienstlichen Beurteilungen der Jahre 2010 und 2014 (Beurteilungsprädikate) sowie Aufzeichnungen über das dienstliche Verhalten und die Amtsführung (wertende Aussagen über die Qualität von Arbeitsergebnissen, Tagungsteilnahmen und vereinzelt auch wertende Stellungnahmen anderer öffentlichen Stellen) ersichtlich waren. Diese Arbeitsblätter umfassten zudem Angaben von früheren Gruppenmitgliedern.

Der BayLfD beschreibt in seinem Tätigkeitsbericht einen datenschutzrelevantren Vorfall, der in im hektischen Tagegeschäft schnell passieren kann und im schlimmsten Fall als meldepflichtige Datenschutzpanne bewertet werden muss. Dieses Risiko wohnt jedem Versand einer von einem Tabellenkalkulationsprogramm erstellten Datei, die oft auch als Arbeitsmappe bezeichnet wird, inne. Eine solche Datei kann mehrere unterschiedliche Tabellenbereiche besitzen, die auch Arbeitsblätter genannt werden. Typischerweise wird nach dem Öffnen der Datei nur ein Tabellenbereich angezeigt, während eventuell daneben existierende Tabellenbereiche nur über eine zusätzliche Benutzeraktion aktiviert und damit sichtbar gemacht werden können.

Diese besondere Funktionsweise führt zu folgendem Risiko: Die Versenderin oder der Versender einer solchen Datei betrachtet vor dem Versand oft nur den gerade aktivierten Tabellenbereich und übersieht dabei, dass sich in anderen Tabellenbereichen der Datei sensible Daten befinden, die nicht mit versendet werden sollen.

In den seiner Rubrik „Aktuelle Kurz-Information 46: Datenpannen mit Microsoft Excel verursachen und vermeiden“ stellt der BayLfD noch weitere Risiken dar, die bei der Nutzung von Excel eintreten können und beschreibt, wie diese Klippen mit einfachen Maßnahmen umschifft werden können ( Personenbezogene Daten können in einer Excel-Datei auch in der Rolle von Metadaten übersehen werden. )

Der Bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz (BayLfD)

(Foto: PixieMe – stock.adobe.com)

Letztes Update:26.02.23

  • EDSA veröffentlicht DSFA-Muster

    Einheitliches DSFA-Muster zur öffentlichen Konsultation veröffentlicht

    Der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) hat am 10. März 2026 ein standardisiertes Muster für Datenschutz-Folgenabschätzungen (DSFA/DPIA) nach Art. 35 DS-GVO verabschiedet und am 14. April 2026 zur öffentlichen Konsultation gestellt. Rückmeldungen können bis zum 9. Juni 2026 eingereicht werden. Ziel ist eine europaweit einheitliche DSFA-Dokumentation: Nach Abschluss der Konsultation sollen alle nationalen Datenschutzbehörden das Template als

    Mehr erfahren
  • Transporterschlüsselung bei E-Mail ausreichend

    Transportverschlüsselung reicht aus: Anforderungen an E-Mail-Sicherheit nach Art. 32 DS-GVO

    Mit Urteil vom 2. April 2026 (Az. 29 K 7351/23) hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf entschieden, dass die Übermittlung personenbezogener Daten per E-Mail mittels Transportverschlüsselung grundsätzlich ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau im Sinne von Art. 32 DS-GVO gewährleistet. Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist nicht generell erforderlich. Sachverhalt Dem Verfahren lag ein Verkehrsunfall zugrunde, bei dem ein Busunternehmen den

    Mehr erfahren
  • Folge 92: KI-Omnibus Update Mai 2026

    Die KI-Verordnung soll mit Wirkung ab August 2026 geändert werden. Entsprechend laufen die Verhandlungen zwischen dem EU-Parlament, den EU-Mitgliedstaaten und der EU-Kommission auf Hochtouren. Eigentlich sollten sie bereits am 28. April 2026 abgeschlossen sein. Doch eine Einigung konnte nicht erzielt werden. Kai Zenner, Büroleiter des Europaabgeordneten Axel Voss (EVP), berichtet aus dem Maschinenraum der Verhandlungen

    Mehr erfahren
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner