DS-GVO verunsichert Bildjournalisten
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) stellt die Ergebnisse seiner jüngsten Umfrage zum Thema „Fotofreiheit/DS-GVO“ vor. Die Umfrage beschäftigt sich u.a. mit der Frage, welche praktischen Auswirkungen die DS-GVO auf die Arbeit der Bildjournalistinnen und Bildjournalisten hat.
Von den 200 Teilnehmern an der Umfrage bezeichnen 70 Prozent die Auswirkungen der DS-GVO als negativ. 59 Prozent gaben an: „Durch die DS-GVO ist die Erstellung von Fotos/Filmen zu bürokratisch geworden.“ Für jeden zweiten Bildjournalisten hat die neue Gesetzgebung zu Umsatzeinbußen geführt. Um den strengen Anforderungen an Datenschutz und Persönlichkeitsrechte zu entgehen, haben sich manche Bildjournalisten darauf verlegt, Personen verfremdet, verpixelt oder von hinten zu fotografieren.
Die zentralen Aussagen fasst der DJV wie folgt zusammen:
- 70 Prozent der Befragten sehen die DS-GVO als negativ bzw. sehr negativ für den Fotojournalismus bzw. die Fotografie an.
- Über die Hälfte der Befragten berichtet, dass sich ihre Arbeitssituation durch die DS-GVO verschlechtert hat und auch zu bürokratisch geworden ist.
- Fast zwei Drittel wählen wegen der DS-GVO andere Fotomotive aus, fotografieren beispielsweise Personen eher von hinten.
- Fast zwei Drittel der Befragten sehen die Qualität der Fotoaufnahmen als gefährdet an, ein Drittel dieses Personenkreises sieht sogar sehr starke Qualitätsverluste.
- Rund 80 Prozent der Befragten arbeiten neuerdings mit einem mulmigen oder sogar schlechten Bauchgefühl, da sie DS-GVO-Risiken befürchten.
- Über zwei Drittel der Befragten fordern, dass die Geltung des Kunsturhebergesetzes in allen Bereichen der Fotografie klar geregelt werden sollten.
Bild von Robert-Owen-Wahl auf Pixabay
Letztes Update:22.04.19
Das könnte Sie auch interessieren
-
Löschkonzept für kleine Unternehmen
Die Landesbeauftragte für den Datenschutz Sachsen-Anhalt hat einen Leitfaden veröffentlicht, mit dem kleine Unternehmen ein Löschkonzept nach der DS-GVO aufbauen können (Stand: September 2026). Auf 17 Seiten führt er Schritt für Schritt von der Bestandsaufnahme bis zur Bearbeitung von Löschanfragen. Vom VVT zum Löschregelkatalog Der Leitfaden knüpft an die Speicherbegrenzung (Art. 5 Abs. 1 lit.
Mehr erfahren -
Rückdatierter Auftragsverarbeitungsvertrag heilt keinen Verstoß
Die spanische Datenschutzbehörde AEPD hat gegen Vodafone España Bußgelder von insgesamt 400.000 Euro verhängt. Anlass war ein Ransomware-Angriff bei einem Callcenter-Dienstleister. Die Behörde beanstandete zwei Punkte: Der Auftragsverarbeitungsvertrag wurde erst nach dem Angriff unterschrieben, und die Sicherheitsmaßnahmen beim Dienstleister reichten nicht aus. Sachverhalt Am 6. und 7. November 2023 drangen Angreifer über einen VPN-Zugang in
Mehr erfahren -
KI-Videoüberwachung in Schwimmbädern auf dem Prüfstand
Der Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen (LfD) prüft den Einsatz KI-gestützter Videoüberwachung in zehn Hallen- und Freibädern. Solche Systeme sollen die Badeaufsicht unterstützen, indem sie Personen in einer Notlage an ihren Bewegungsmustern erkennen. Die Betreiber wurden unter anderem gefragt, Die Ergebnisse sollen bis Ende 2026 vorliegen. LfD Denis Lehmkemper sieht in den Systemen eine sinnvolle
Mehr erfahren

