KI-Videoüberwachung in Schwimmbädern auf dem Prüfstand

Hotelpoolbereich mit Videoüberwachung

Der Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen (LfD) prüft den Einsatz KI-gestützter Videoüberwachung in zehn Hallen- und Freibädern. Solche Systeme sollen die Badeaufsicht unterstützen, indem sie Personen in einer Notlage an ihren Bewegungsmustern erkennen.

Die Betreiber wurden unter anderem gefragt,

  • welche Funktionen die eingesetzten KI-Systeme haben,
  • ob Live-Bilder, vektorisierte Körperumrisse oder Bewegungsmuster verarbeitet werden,
  • welche Bereiche zu welchen Zeiten überwacht werden,
  • welche technisch-organisatorischen Maßnahmen getroffen sind und
  • ob Daten in Drittländer übermittelt werden.

Die Ergebnisse sollen bis Ende 2026 vorliegen. LfD Denis Lehmkemper sieht in den Systemen eine sinnvolle Ergänzung zur Badeaufsicht, betont aber: Die Videoüberwachung von Badegästen „ist allerdings ein sensibler Bereich – darauf haben Betreiber besonders zu achten. “Praxishinweis: Bäderbetreiber, auch außerhalb Niedersachsens, können den Fragenkatalog als Checkliste nutzen. Dazu gehören eine dokumentierte Rechtsgrundlage (Art. 6 Abs. 1 DS-GVO), die Prüfung, ob eine Datenschutz-Folgenabschätzung nötig ist (Art. 35 DS-GVO), datensparsame Verarbeitung, etwa über Körperumrisse statt Klarbildern, sowie geprüfte Anbieterverträge und mögliche Drittlandtransfers.

(Foto: spyrakot – stock.adobe.com)

Letztes Update:26.10.26

  • Leeres Unterschriftenformular mit Stift auf einem Holzschreibtisch

    Rückdatierter Auftragsverarbeitungsvertrag heilt keinen Verstoß

    Die spanische Datenschutzbehörde AEPD hat gegen Vodafone España Bußgelder von insgesamt 400.000 Euro verhängt. Anlass war ein Ransomware-Angriff bei einem Callcenter-Dienstleister. Die Behörde beanstandete zwei Punkte: Der Auftragsverarbeitungsvertrag wurde erst nach dem Angriff unterschrieben, und die Sicherheitsmaßnahmen beim Dienstleister reichten nicht aus. Sachverhalt Am 6. und 7. November 2023 drangen Angreifer über einen VPN-Zugang in

    Mehr erfahren
  • Moritz Hennemann

    Neuer BfDI Moritz Hennemann stellt Schwerpunkte vor

    Moritz Hennemann ist seit dem 01.10.2026 Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI). Er folgt auf Louisa Specht-Riemenschneider, die sich aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hat. Der 41-jährige Rechtswissenschaftler hatte zuletzt in Freiburg den Lehrstuhl für Zivilrecht mit Informationsrecht inne und ist seit 2025 Richter am OLG Karlsruhe. Beide Ämter ruhen während seiner Amtszeit. Am

    Mehr erfahren
  • Claude von Anthropic und ChatGPT von OpenAI als mobile Symbol-App auf einem Bildschirm

    Personalisierte Werbung in ChatGPT: Aufsichtsbehörden mahnen zur Vorsicht

    Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (HmbBfDI) und die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (BlnBDI) haben am 02.10.2026 auf eine neue Werbefunktion im Chatbot ChatGPT hingewiesen. OpenAI will in Europa demnächst Werbung einführen, die auf Chat-Inhalten, Geräteinformationen und Nutzungsdaten beruht. Die Datenrichtlinie wurde dafür bereits Ende August geändert. Wann die Funktion in Europa

    Mehr erfahren
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner