Verunsicherung wegen der Zulässigkeit von Office 365

Die Corona-Pandemie hat das Thema Videokonferenzen, Home-Office und auch die Tools und Anwendungen rund um das Thema stärker ins Rampenlicht gebracht. Damit einhergehend wurde auch die Zulässigkeit von Office 365 und insbesondere von Microsoft Teams immer häufiger hinterfragt. Zu letzte veröffentlichte die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit hat Hinweise zu Anbietern von Videokonferenz-Diensten. Im Fokus der Betrachtung standen insbesondere die vertraglichen Bestimmungen der Anbieter Cisco, Google, Zoom und Microsoft.

Vor allem drehte sich die datenschutzrechtliche Prüfung um die Frage, ob die Anbieter rechtskonforme Verträge zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO verwenden. Was die Videofunktion Microsoft Teamangeht, kam die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit in ihrer Kurzeinschätzung zum Ergebnis, dass die derzeit von Microsoft verwendeten Bestimmungen zur Auftragsverarbeitung nicht rechtskonform sind.

Jetzt hat sich auch die Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder (Datenschutzkonferenz) mit der Bewertung seines Arbeitskreises Verwaltung zur Auftragsverarbeitung bei Microsoft Office 365 beschäftigt und das Ergebnis in einer Pressemitteilung mitgeteilt.
Der Arbeitskreis hatte „die dem Einsatz des Produktes Microsoft Office 365 zu Grunde liegenden Online Service Terms (OST) sowie die Datenschutzbestimmungen für Microsoft Onlinedienste (Data Processing Addendum / DPA) – jeweils Stand: Januar 2020“ geprüft. Das Papier kommt zu dem Ergebnis, dass auf Basis der genannten Unterlagen kein datenschutzgerechter Einsatz von Microsoft Office 365 möglich ist.

Wie der Anwender und Verantwortliche nun die Aussage bewerten und einordnen sollen, dass dieses Prüfungsergebnis nicht in allen Belangen von allen Aufsichtsbehörden, wird auf dem Papier nicht so klar. Die Pressemitteilung spricht insoweit nur davon, dass „die Entscheidung der Datenschutzkonferenz mit einer knappen Mehrheit von 9 Stimmen bei 8 Gegenstimmen erging. Gegen die uneingeschränkte Zustimmung haben sich unter anderem die Landesbeauftragten für den Datenschutz Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und im Saarland sowie der Präsident des Bayerischen Landesamts für Datenschutzaufsicht ausgesprochen.

(Bild von Gerd Altmann auf Pixabay)






Letztes Update:04.10.20

  • Online-Kompaktkurs: Sichere & datenschutzkonforme Videokonferenzen!

    Online-Kompaktkurs: Sichere & datenschutzkonforme Videokonferenzen!

    Online-Kompaktkurs

    138.04 € Mehr erfahren
  • Online-Kompaktkurs: Windows 10-Sicherheit und Datenschutz

    Online-Kompaktkurs: Windows 10-Sicherheit und Datenschutz

    Online-Kompaktkurs

    138.04 € Mehr erfahren
  • Wissenschaftspreis für Datenschutz und Datensicherheit

    44. DAFTA: Wissenschaftspreis für Datenschutz und Datensicherheit

    Anlässlich der 44. Datenschutzfachtagung (DAFTA) wurden die Wissenschaftspreise der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit e.V. (GDD) verliehen. Jedes Jahr vergibt der wissenschaftliche Beirat der GDD unter Vorsitz von Prof. Dr. Tobias Keber den GDD-Wissenschaftspreis als Würdigung für herausragende wissenschaftliche Arbeiten. Der Preis ist auf 5.000 € dotiert und geht an Nachwuchswissenschaftler aller Disziplinen, die sich

    Mehr erfahren
  • Cookies

    LfD Niedersachsen gibt Hinweise für datenschutzkonforme Einwilligungen auf Webseiten

    Im ersten Schritt hatte die Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen im Rahmen einer branchenübergreifenden zum datenschutzkonformen Tracking auf Webseiten einen Fragebogen an 15 kleine und mittelständische Unternehmen verschickt, die eine oder mehrere Webseiten anboten.Die Seitenbetreiber sollten unter anderem beantworten, ob sie Dienste von Drittanbietern (z.B. Karten- oder Wetterdienste) eingebunden hatten, ob sie Cookies einsetzten und

    Mehr erfahren
  • GDD Datenschutzpreis

    GDD-Datenschutzpreis 2020 geht an Marc Elsberg

    Der Bestsellerautor Marc Elsberg hat am 20.11.2020 anlässlich der 44. Datenschutzfachtagung (DAFTA) den Datenschutzpreis der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit 2020 erhalten. Prof. Dr. Rolf Schwartmann, Vorsitzender der GDD, zur Begründung: „Marc Elsberg hat mit seinen Bestsellern „Black Out“ und „Zero“ die wissenschaftlich wie auch gesellschaftlich sehr relevanten Themen kritische Infrastrukturen und Datenschutz in eindrucksvoller Art

    Mehr erfahren