Facebook droht Milliardenstrafe von der US-Verbraucherschutzbehörde (FTC)
Facebook muss mit einer Milliardenstrafe aufgrund von Datenmissbrauch rechnen. Aktuell verhandelt das Management des US-Unternehmens mit der US-Verbraucherschutzbehörde (Federal Trade Commission: FTC) über die Strafhöhe. Hintergrund ist vor allem die illegale Weitergabe von insgesamt 87 Millionen Nutzern an die inzwischen liquidierte britische Firma Cambridge Analytica.
Verstoß bereits zugegeben
Wie die „Washington Post“ berichtet, habe das US-Unternehmen gegenüber der US-Handelsaufsichtsbehörde Federal Trade Commission (FTC) den Sachverhalt eingeräumt. Nun steht die Einigung auf eine genaue Höhe der Zahlung noch aus. Sollte keine Einigung erzielt werden, droht Facebook ein Gerichtsverfahren mit unklarem Ausgang. Negative Berichterstattung und eine möglicherweise noch höhere Strafzahlung könnten die Folge sein.
Illegale Weitergabe an Cambridge Analytica kann nun Folgen haben
Die FTC startete ihre Ermittlungen vorigen Frühjahr 2018. Das war der Zeitpunkt, in dem der Datenskandal um Cambridge Analytica bekannt wurde. In dem Fall wurden Daten von Dutzenden Millionen Facebook-Nutzern an die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica weitergegeben. Der Konzern zeigte sich damals unwissend über diese unberechtigte Datenweitergabe. Jedoch wusste Facebook bereits seit Ende 2015 von dem Verstoß, reagierte aber nicht weiter in dem Glauben, dass die Daten gelöscht worden seien und informierte die betroffenen Nutzer nicht.
Frühere Auflagen der FTC scheinen von Facebook missachtet
Nun will die FTC herausfinden, ob der Internetgigant damit gegen eine bereits 2011 im Rahmen eines Verfahrens geschlossene Vereinbarung verstoßen habe. Das Facebook hatte sich damals verpflichtet, strengere Datenschutzregeln einzuhalten, nachdem das Unternehmen mehrfach gegen Datenschutzversprechungen verstoßen hatte. Zudem musste die Firma von Mark Zuckerberg eine Strafe in Höhe von 22,5 Millionen Dollar zahlen. Anwender dieses sozialen Netzwerks müssen seitdem explizit einwilligen, wenn ihre Daten über die Vorgaben der Datenschutzeinstellungen hinaus von Facebook an Dritte weitergegeben werden sollen.
Rekordstrafe droht
Laut „Washington Post“ haben Verantwortliche des Unternehmens bei den Verhandlungen mit der FTC die Verstöße inzwischen im Kern eingeräumt. Im Raum steht nun eine Strafzahlung in Höhe von zwei Milliarden Dollar. Das wäre dann die mit Abstand höchste Sanktion gegen Datenmissbrauch überhaupt. Zusätzlich wolle man Facebook erneut verpflichten, welche Daten in welchem Umfang das Unternehmen in Zukunft sammeln und weitergeben darf.
Letztes Update:21.02.19
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