Fanpage-Verfahren: Berufung gegen VG-Urteil eingeleitet

Facebook Fanpage bfDI Berufung

Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) hat gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Köln vom 17. Juli 2025 im Fall der Facebook-Fanpages Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht Münster eingelegt. Dieses Verfahren zielt darauf ab, die bislang unklare Rechtslage zur Nutzung sozialer Netzwerke durch öffentliche Stellen zu final klären. Die BfDI respektiert das bisherige Urteil, macht aber zugleich deutlich, dass eine eindeutige, rechtssichere Grundlage entweder durch Gesetzgeber oder durch letztinstanzliches Urteil erforderlich ist.

Bis zu einer rechtlichen Klärung bietet die BfDI der Bundesregierung und anderen Bundesbehörden intensive Beratung an. Eine neu veröffentlichte Handreichung erläutert die erforderlichen Schritte für eine datenschutzkonforme Nutzung sozialer Medien. Ziel ist es, Behörden weiterhin digitale Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen, ohne Risiken im Datenschutz einzugehen. Die private Nutzung ist nicht betroffen.

Die am selben Tag (22. August 2025) veröffentlichte Handreichung „Soziale Netzwerke rechtmäßig nutzen – So geht’s“ richtet sich gezielt an öffentliche Stellen des Bundes. Sie liefert didaktisch strukturierte, barrierearme Empfehlungen zur datenschutzkonformen Gestaltung von Social-Media-Aktivitäten.

Dabei werden sowohl klassische Verwaltungsbehörden als auch Parlamentsorgane, Gerichte, öffentliche Stiftungen und Sozialversicherungen einbezogen. Die Handreichung enthält einen integrierten „Kontaktfinder“, der Nutzenden ermöglicht, schnell die jeweils zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde zu identifizieren

(Foto: Coloures-Pic – stock.adobe.com)

Letztes Update:31.08.25

  • Haftung für KI

    KI haftet nicht? – Zurechnung von KI-Falschaussagen

    Ob Chatbot, KI-Übersicht oder halluzinierter Suchalgorithmus – drei Gerichtsentscheidungen in Deutschland ziehen eine klare Linie: Wer KI-Systeme im geschäftlichen Umfeld einsetzt, trägt die volle rechtliche Verantwortung für deren Ausgaben. Mit Urteil vom 12. Mai 2026 hat der 4. Zivilsenat des OLG Hamm entschieden, dass ein Unternehmen für irreführende Qualifikationsangaben seines KI-Chatbots wettbewerbsrechtlich haftet. Im konkreten

    Mehr erfahren
  • Tätigkeitsbericht des DSB

    Tätigkeitsbericht als Steuerungsinstrument für Datenschutzbeauftragte

    Die französische Datenschutzbehörde CNIL jüngst eine Empfehlung samt Mustervorlage für den Tätigkeitsbericht des Datenschutzbeauftragten veröffentlicht. Die Empfehlungen decken sich weitgehend mit der deutschen Praxis – mit einer bemerkenswerten Ausnahme. Obwohl weder DS-GVO noch BDSG einen Tätigkeitsbericht für betriebliche Datenschutzbeauftragte vorschreiben, empfiehlt die CNIL diesen als zentrale Best Practice. Das entspricht der gelebten Praxis auch im

    Mehr erfahren
  • Data Breach Management

    Praxisnahe Handreichung zum Datenpannenmanagement

    Passend zur jüngsten Verwarnung der BVG durch die BlnBDI hat das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) eine strukturierte Handreichung zum Vorgehen bei Datenpannen veröffentlicht – ein nützliches Referenzdokument für Datenschutzverantwortliche, das die wesentlichen Pflichten kompakt und praxisorientiert aufbereitet. Meldepflicht und Risikobewertung als Ausgangspunkt Die Meldepflicht nach Art. 33 DS-GVO liegt stets beim Verantwortlichen –

    Mehr erfahren
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner